Rubrik: Denkmal Unterrubrik: Am Wegrand entdackt

Ich fühl´ mich oft so schrecklich leer.

Unterwegs mit dem Auto fällt mir dieser Spruch an einer Plakatwand ins Auge. Irgendwann fange ich an darüber nachzudenken: Eine Biermarke wird hier auf intelligente Weise präsentiert. Ich frage mich: Wer ist denn "so schrecklich leer" und soll "gefüllt" werden? Das Fass oder der Konsument? Offenbar wollen die Macher klar machen, dass sich das angepriesene Kölsch besonders gut eignet, um den Durst zu löschen. Oder ist etwa noch mehr damit gemeint? Soll es auch helfen, die innere Leere zu füllen?

Leider greifen viele nicht nur ihres Durstes wegen zu alkoholischen Getränken. Einsamkeit, Frust, Langeweile, Seelenschmerz und Gruppenzwang - es gibt eine Menge Gründe, warum Menschen zur Flasche greifen. Doch die Leere, die man verdrängen möchte, kommt immer wieder. Das Trinken ist kaum das richtige Rezept, wenn man sich ”so schrecklich leer” fühlt. Und mancher muss ziemlich weit absinken, bis er das endlich begreift.

In einem Brief an die Christen in Korinth schreibt Paulus vor fast 2000 Jahren, dass er erfüllt ist - mit Trost und mit Freude, und zwar mitten im Leid: "Ich bin mit Trost erfüllt, ich bin überreich an Freude bei all unserer Bedrängnis" (2. Korinther 7,4b). Nicht weil er zur Flasche gegriffen hat, sondern weil er jemanden kennt, bei dem er auftankt: Jesus Christus. Jeder weiß, wie wichtig es ist, einen Menschen zu haben, bei dem man seine Sorgen abladen kann. Nichts ist wertvoller als jemand, der mir seine Liebe zeigt und meine gebeugte Seele mit guten und mutmachenden Worten aufrichtet.

Gottes Sohn selbst, Jesus Christus, bietet sich uns als ”Lebenspartner” an. ”Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben” (Matthäus 11,28) sagt er, und dieses Versprechen kann er erfüllen, weil er auferstanden ist und lebt.