Heute vor 50 Jahren, am 4. September 1965, verstarb Albert Schweitzer, der bekannte evangelische Theologe, Arzt, Philosoph und Musiker. Wenn auch manche seiner Äußerungen und Niederschriften sicherlich nicht unkritisch zu sehen sind, so bleibt doch festzuhalten, dass sein Leben als ein leuchtendes Beispiel für praktische christliche Nächstenliebe betrachtet werden kann.
Ein kurzer Abriss seines Lebens: Schweitzer wurde 1875 in Kaysersberg (Region Elsass) geboren. Nach einer erfolgreichen Universitätskarriere (im Bereich Theologie/ Philosophie) entschloss er sich, Medizin zu studieren, um als Missionsarzt nach Afrika gehen zu können. Diese Umsiedlung fand dann im Jahr 1913 statt. Schweitzer baute sodann in Lambarene (Gabun) ein Hospital auf, welches dort bis heute existiert und bis zum heutigen Tag Zehntausenden von Menschen medizinische Hilfe zuteilwerden ließ.
Zu Lebzeiten unternahm Schweitzer immer wieder Konzert- und Vortragsreisen in viele Länder, um Geld für die Aufrechterhaltung seines Hospitals zu sammeln. Für seinen vielfältigen humanitären Einsatz erhielt er 1952 sogar den Friedensnobelpreis.
Darüber hinaus scheute sich Albert Schweitzer aber auch nicht, Fehlentwicklungen seiner Gegenwart schonungslos beim Namen zu nennen. So rügte er u.a. die Kriege und die atomare Aufrüstung seiner Zeit, nahm Stellung zu den negativen Folgen der Industrialisierung und Kolonialisierung und zur Zerstörung der Umwelt.
Mit Blick auf den obigen Tagesvers halte ich die folgende von ihm stammende Aussage für eine seiner wichtigsten: »Werde von der Welt und von dir selber frei, um als eine wirkende Kraft Gottes dich der Welt zu betätigen!«
Stefan Nietzke