Geht es Ihnen auch so? Da hat man ein Bild im Kopf und wird es nicht wieder los. Irgendwie habe ich etwas gesehen und der innere »Bildschirm« friert das Bild ein, es ist - jedenfalls eine ganze Zeit lang - nicht zu löschen. Dadurch wird der Gedankenprozess gehemmt. Ich kann mich nicht so richtig auf andere Sachen konzentrieren, denn immer wieder kehrt dieses Bild zurück und beschäftigt meine Phantasie. Manchmal ist es was Banales, manchmal aber auch was sehr Störendes. Da sitzt man z. B. im Gottesdienst und plötzlich taucht das Titelbild einer Zeitschrift auf, die man letztens im Tankstellenkiosk gesehen hat. Es war nur flüchtig, hat sich aber festgebissen. Und hier, zum ungünstigsten Zeitpunkt, taucht es wieder auf.
Natürlich kann man das als Bagatelle betrachten, aber es kann auch wirklich ernst werden, wenn wir bedenken, dass solche Bilder uns natürlich zum Handeln anreizen und z. B. schlechte Gewohnheiten oder sogar Suchtverhalten immer wieder neu aktivieren. Wie kann man einen solchen Prozess stoppen? Soll man sich von allem abschotten und sich keinen Reizen mehr aussetzen? Das geht ja gar nicht. Solchen Einflüssen kann uns nur eine starke Kraft entziehen. Gott hat den Christen seinen Geist gegeben. Der hilft ihnen und treibt sie dazu an, nach Gottes Willen zu leben. Aber sie müssen sich ihm auch ausliefern, d. h. ihm den eigenen Willen unterstellen, damit er seine Wirkung entfalten kann. Christen sind aufgefordert und bekommen gleichzeitig das Versprechen: »Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen« (Galater 5,16). Und an einer anderen Stelle bezeugt der Apostel Paulus: »Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir« (Galater 2,20). Eberhard Hof