Im Sommer 1998 besuchte ich meine in den USA lebenden Geschwister und meinen Vater, der in Kanada wohnt. Es war eine wunderbare Zeit. Da die DELTA Airline, mit der ich geflogen bin, keinen Direkt-Flug von Kanada nach Deutschland anbot, musste ich von Toronto zurück nach Cincinnati. Von dort konnte ich den Interkontinentalflug nach Frankfurt antreten.
Am 3. September 1998 ging die Nachricht eines Absturzes um die Welt. Flug SR 111, eine Maschine der SwissAir, war vor der Ostküste Kanadas abgestürzt und im Meer zerschellt. Keiner der 229 Passagiere und Besatzungsmitglieder der MD-11 hatte überlebt. Der Pilot hatte über Funk Rauch im Cockpit gemeldet und eine Notlandung in Halifax versucht. Der St. Gallener Rechtsmediziner Chr. Markwalder, der als einziger Schweizer in Kanada im Einsatz war, hatte erschütternde Bilder gesehen. Er sagte: »Auf Grund des Gesichts konnten wir nur eine Person identifizieren. Von den meisten der bisher gefundenen Toten sind nur einzelne Körperteile … vorhanden.«
Dieser Absturz ging mir unter die Haut. Nur 10 Tage vorher war ich die gleiche Strecke geflogen. Was wäre gewesen, wenn ich in dieser Maschine gesessen hätte? Viele Gedanken bewegten mich, natürlich die Trauer um die Opfer, aber auch die Möglichkeit, selbst dazu gehören zu können. Selbstverständlich muss auch ich als überzeugter Christ auf dieser Erde nicht immer bewahrt bleiben. Aber die Frage der Ewigkeit ist für mich kein Problem mehr. Die hat mein Herr Jesus Christus für mich gelöst. Diese Gewissheit macht mich froh. Immer bin ich in der Hand meines Herrn.
Joschi Frühstück