Heute wird in Australien groß gefeiert. Denn man will sich an die ersten Sträflingstransporte aus England erinnern, die am 26. Januar 1788 in der Bucht von Sydney eintrafen. Viele Schiffe sollten folgen, und Australien wurde dadurch zur Sträflingskolonie Englands. Später kam auch Tasmanien dazu. Dort, in der Kleinstadt Campell Town, erinnert man sich besonders an die Sträflinge.
Denn in den Bürgersteigen dieser Stadt sind Tausende von Tontafeln eingelassen. Eingebrannt sind Name und Alter des Sträflings, das Jahr seiner Verbannung und mit welchem Schiff er gekommen ist. Dann ist auch zu lesen, was er verbrochen hat und welche Strafe verhängt wurde. So gibt es z. B. eine Tontafel von einem 15-jährigen Jungen: »Stolen teapot and shoes.« (Teetasse und Schuhe gestohlen.) Das war das Verbrechen, und für 7 Jahre musste er in die Verbannung. Aus heutiger Sicht eine unverhältnismäßig schwere Strafe für ein solches Vergehen.
Die verbannten Sträflinge hatten sich gegenüber anderen Menschen durch schweren Diebstahl, Betrug oder sogar durch Gewalt und Mord schuldig gemacht. Doch wir selbst sollten bescheiden sein. Denn die Bibel sagt, dass die Anlage zu allen Verbrechen in jedem von uns vorhanden ist. Jesus selbst zählt auf, was aus dem Herzen hervorkommt: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
Wir können uns deshalb noch so sehr anstrengen, für ein Leben an Gottes Seite reicht es einfach nicht. Darum kam Gottes Sohn zu uns und hat für uns bei Gott alle unsere Schulden bezahlt. Er hat uns auch ein neues Herz gegeben, das jetzt aus Dankbarkeit danach trachtet, Gott wohlzugefallen, nicht um in den Himmel zu kommen, sondern weil wir dorthin kommen.
Herbert Laupichler