Lautes Geschrei dringt durch die geschlossene Tür des Kinderzimmers. Umgehend lasse ich die Kuchengabel fallen und gehe schnell, um nachzusehen, was passiert ist. Ich öffne die Tür und sehe das Unglück. Überall verstreut liegen Legosteine. Die Befürchtung, jemand habe sich verletzt, wird nicht bestätigt. Da sitzt mein Sohn und heult so sehr, dass die Tränen auf seinen Backen zu kleinen Bächen werden. Unter Schluchzen erklärt er mir, dass ihm sein aus Legosteinen gebautes Haus auf die Erde gefallen ist und dadurch völlig zerstört wurde. Nie, nie wird er ein so schönes Haus wieder bauen können, klagt er. Ich tröste ihn und spüre wie ein Lächeln über mein Gesicht huscht.
Dann denke ich darüber nach und merke, dass ich im Grunde in meinem Leben genauso töricht handle wie mein Sohn. Ich hänge mein Herz an Dinge, die ich früher oder später wieder verlieren werde.
Je mehr mir klar wird, dass ich alle Dinge, die ich besitze, wieder »abgeben« muss, desto vernünftiger wird meine Einstellung ihnen gegenüber. Außerdem wissen wir, dass nach den Aussagen Gottes in der Bibel alle Dinge auf der Erde einmal zerstört werden. Daher werde ich danach trachten, mir Schätze im Himmel zu erwerben. Diese Schätze sind Dinge, die einen ewigen Wert besitzen. Es sind Dinge, die wir in unserem Leben getan haben, durch welche Gott geehrt wird und über die er sich freut. Dann finde ich Zeit, meine alte Oma zu besuchen und auch meinen Freund, der meine Hilfe braucht. Meine Frau hat ebenfalls nichts dagegen, wenn ich ihr tatkräftig helfe. Möglichkeiten gibt es also genug. Volker Koenig