Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen und alle Daten bekannt sind, wird von den Ärzten der Befund erhoben und dem Patienten mitgeteilt. Je nach Lage der Dinge wird dieses Gespräch bei der täglichen Visite geführt, ggf. auch allein auf dem Zimmer. Der Moment der unausweichlichen Wahrheit ist da. Der Zustand von Herz und Gefäßen wird offenbar gemacht. Für manchen bedeutet es vielleicht eine »Schockdiagnose«, andere hingegen dürfen erleichtert feststellen, dass die Ursache für ihre Beschwerden nicht so gravierend ist, wie man zunächst befürchtet hat.
Dann aber erfolgt in der Regel auch die Mitteilung über helfende und rettende Maßnahmen und ein Therapievorschlag. Das ist dann ein freudiger und erleichternder Moment, wenn wieder neue Hoffnung keimt und sich die »Tür zum Leben« noch einmal weit öffnet. Wer wird dann etwa nicht erleichtert der Therapie zustimmen, die ihm empfohlen wird?
Allen Menschen, die jemals gelebt haben, derzeit leben oder noch leben werden, gibt auch Gott so etwas wie seinen Befund, und das sogar schriftlich. Er prüft ihre Herzen und Nieren (Jeremia 17,10), und er weiß genau darüber Bescheid, was mit ihnen los ist. Er hat in seinem Sohn sogar »Visite« bei uns gemacht und uns mitgeteilt, welche »Therapie« uns am Leben erhält. Sein Sohn Jesus Christus hat das Werk der Sündenvergebung vollbracht und uns sein Leben »gespendet«, damit wir vollkommen geheilt werden können. Wir müssen dazu allerdings unser Einverständnis erklären. Gottes »Behandlung« erneuert uns vollständig, und so kann bei jedem, der zu ihm kommt, neue Hoffnung keimen, und er kann in Freude und Jubel ausbrechen, denn (auch) für einen solchen öffnet sich die Tür zum Leben ganz weit.
Joachim Pletsch