Nach seinem Alter gefragt, zog David Ben Gurion (1886-1973) immer 20 Jahre ab, denn erst 1906 war der Jude aus Russisch-Polen in das Land seiner Väter gekommen, und nur die dort verbrachten Jahre zählten für den überzeugten Zionisten. War Theodor Herzl der geistige Vater eines Judenstaates, so war Ben Gurion der Mann der Tat, der nicht ruhte, bis er den Staat Israel 1948 ausrufen konnte. Gegen den Widerstand der britischen Besatzungsmacht und der Araber hatte er jahrzehntelang Landkauf und Besiedlung durch jüdische Flüchtlinge gefördert. Immer war er bemüht, den verfolgten Juden eine Heimstätte zu schaffen, wo sie endlich in Sicherheit wohnen konnten. Im Februar 1949, vor 50 Jahren, wurde er vom israelischen Parlament, der Knesset (= Versammlung), zum ersten Ministerpräsidenten Israels gewählt, was er provisorisch schon seit der Gründung des Staates (14.5.1948) war. Als die umliegenden arabischen Staaten damals mit dem Ruf »Werft die Juden ins Meer« mit 310-facher Übermacht Israel angriffen, war es den Juden unter seiner Leitung gelungen, ihren winzigen Staat zu verteidigen.
Ben Gurion, der Vorsitzende der religiös liberalen Arbeiterpartei, war ein eifriger Bibelleser und glaubte fest an die Zusagen, die Gott seinem irdischen Volk in der Bibel gegeben hatte. In der Sammlung und Staatsgründung Israels sah er Gottes Wirken und sagte: »Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist!«
Es lohnt sich, die Bibel so ernst zu nehmen, wie es Ben Gurion getan hat. Dann sehen wir auch, dass das, was heute im Nahen Osten vor unseren Augen geschieht, schon vor Jahrtausenden vorausgesagt worden ist. Gerhard Jordy