»Ich gehör nur mir«, so heißt der eingängige Song im Musical »Elisabeth«. Es erzählt die Lebensgeschichte der Habsburgerin, die 1854 durch ihre Heirat mit Franz Josef Kaiserin von Österreich wird. Sie ist eine Frau, die alles hat, wovon andere nur träumen: Intelligenz, Schönheit, Reichtum und Ruhm. Doch glücklich ist sie nicht. Denn hinter der schönen Fassade des Wiener Kaiserpalastes scheitert sie an den Zwängen der verstaubten Höflichkeitsregeln und der Strenge ihrer Schwiegermutter. So entwickelt sie nur ein Ziel: Für sich selbst zu leben und von niemandem abhängig zu sein. Sie entzieht sich ihrem Ehe- und Familienleben und setzt ihre erstaunliche Schönheit mit großer Intelligenz und nicht geringerem Egoismus als Machtmittel zur Erfüllung ihrer Wünsche ein. Doch letztlich befriedigen sie auch die teuren Hobbys und die langen Auslandsreisen nicht. Mit spiritistischen Praktiken öffnet sie sich für Satan und seine Dämonen. Statt Freiheit und Unabhängigkeit kommt sie so in Gebundenheit und Abhängigkeit.
Viele Menschen teilen mit Elisabeth dieses Motto: »Ich gehör nur mir!« Wie die Kaiserin wollen sie gerne frei und unabhängig sein. Doch sie werden ähnlich enttäuscht und betrogen wie Elisabeth. Wie soll ich mir selbst gehören, wenn ich nicht einmal in der Lage bin, der Länge meines Lebens einen Tag hinzuzufügen? Nein, ich gehöre Gott – er ist mein Schöpfer. Und als der Teufel aufgrund meiner Sünde berechtigte Ansprüche auf mein Leben gestellt hat, hat Gott mich freigekauft. Er hat nicht nur ein Anrecht auf mein Leben – er hat mir seine Liebe sogar am Kreuz bewiesen. Warum sollte ich ihm nicht gehören wollen?
Andreas Droese