In der Industrie werden heutzutage auf allen Ebenen laufend Rechenschaftsberichte verlangt. Daraus wollen die Oberen ablesen, ob ihre Pläne erfüllt und genügend Gewinn erzielt wurde, ob Personal eingespart und logistische Verbesserungen erreicht werden können.
Eine ganz andere Art von Rechenschaftsbericht kommt in unserem Tagesspruch zur Sprache. Wir Christen sollen jederzeit bereit sein, Rechenschaft abgeben zu können von der Hoffnung, die in uns ist. Mit dem Wort »Hoffnung« ist nicht ein vages Für-möglich-Halten gemeint, wie wenn ich sage: »Hoffentlich gibt es nächste Weihnacht Schnee«, sondern ein felsenfestes Erwarten, dass Gott seinen Zusagen wahr macht. Das verstehen wir unter Glauben, und den sollen wir bereit sein, vor jedermann zu bekennen.
Aber wie sollen wir das machen? Gott kennt unsere Redewendung »Angriff ist die beste Verteidigung«. Und er weiß, wie hart oder auch wie feige unser Herz ist. Darum hat er uns die Ermahnung gegeben: Poltert nicht los, sei es aus Härte oder Angst, sondern handelt so wie Leute, die sich wohl behütet wissen und den Gegenüber für Christus gewinnen wollen. Der war hier auf der Erde sanftmütig und von Herzen demütig. Nur in ähnlicher Haltung können wir wirklich für ihn werben. Aber solches Benehmen können wir nur lernen, wenn wir fleißig bei Jesus Christus in die Schule gehen, wenn wir in der Bibel lesen, wie er mit seinen Freunden und mit seinen Feinden umgegangen ist. Dann möchten wir auch so sein, und uns fällt dann auch immer rechtzeitig ein, ein Stoßgebet zu ihm hinaufzuschicken: »Herr, lass mich jetzt das Richtige in richtiger Weise sagen!« Das Gebet wird immer erhört.
Hermann Grabe